Für den Fahrgast ist es täglich „erfahrbar“– die Betreiberlandschaft der Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) hat sich verändert und ist „bunter“ bzw. vielfältiger geworden. Und nicht nur das. Verkehrsangebote konnten in den vergangenen Jahren erheblich ausgeweitet und qualitativ verbessert werden, Fahrzeiten wurden verkürzt und modernere, also komfortablere Züge sind unterwegs.

Zu verdanken ist diese positive Entwicklung dem zunehmendem Wettbewerb im Schienenpersonennahverkehr. Die Besteller der Verkehrsleistungen, die 27 in der BAG-SPNV organisierten Aufgabenträger, sind gehalten, den Betrieb der Linien im Wege von Wettbewerblichen Vergabeverfahren (Ausschreibungen) zu vergeben. So befanden sich im Jahr 2012 ca. 64 verschiedene EVU in Konkurrenz zur Deutschen Bahn AG und ca. 24,1 % der Verkehrsleistungen wurden durch Nicht-DB-Unternehmen erbracht.

Die Erfolge des Wettbewerbs im SPNV sind keine Selbstläufer. Wettbewerb kann nur dort zustande kommen, wo die Rahmenbedingungen stimmen. Hierzu ist in erster Linie eine verlässliche und auskömmliche Finanzierung durch Bund und Länder erforderlich. Aber auch der Marktzugang muss allen Verkehrsunternehmen gleichermaßen und zu fairen Bedingungen offen stehen. Dies erfordert eine starke und mit klaren Kompetenzen ausgestattete Regulierungsbehörde sowie ein Eisenbahnregulierungsgesetz, das effektiv wirkende Regulierungsinstrumente vorsieht.

Als eine Kernherausforderung des SPNV-Marktes wird seitens der Verkehrsunternehmen derzeit die Fahrzeugfinanzierung eingeschätzt. Die Entscheidung über eine Beteiligung an Ausschreibungsverfahren treffen Verkehrsunternehmen nicht zuletzt unter dem Aspekt, ob die Aufgabenträger eine Unterstützung bei der Finanzierung der Fahrzeuge anbieten. Die Aufgabenträger haben auf diese Marktsituation reagiert und in den vergangenen Monaten verschiedene Modelle zur Unterstützung der Fahrzeugfinanzierung entwickelt. Diese reichen von Wiedereinsatzgarantien und Wiederzulassungsgarantien bis hin zu Kapitaldienstgarantien. 


Wettbewerb bedeutet insgesamt bessere und weiter optimierte Leistungen für einen ausgewogenen Mitteleinsatz, was zu Fahrgastzuwächsen führt und den Verkehrsträger Schiene im Wettbewerb mit anderen Verkehrsmitteln nachhaltig stärkt. Die BAG-SPNV verfolgt daher das klare Ziel, den Wettbewerb im SPNV durch vielfältige Maßnahmen zu fördern. In regelmäßigen Abständen veröffentlicht unser Verband daher die aktuellen Ausschreibungsfahrpläne unserer Mitgliedsorganisationen.

Der Vergabekalender

Mit dem Vergabekalender soll Transparenz bezüglich der voraussichtlichen Veröffentlichungszeitpunkte und der Bearbeitungszeiträume aktuell anstehender Ausschreibungen hergestellt werden. Eisenbahnverkehrsunternehmen erhalten somit bessere Dispositionsmöglichkeiten, für Aufgabenträger werden eventuelle Abgabeterminkollisionen rechtzeitig erkennbar.

Dem Vergabekalender, der bereits laufende Verfahren bzw. die in den nächsten 18 Monaten auf den Markt kommenden Verfahren abbildet, können im Wesentlichen folgende Angaben entnommen werden:

  • Teilnetz
  • Leistungsumfang (Mio. Zkm p.a.)
  • Losbildung vorgesehen
  • Traktion
  • Gebrauchtfahrzeuge zugelassen
  • Laufzeit
  • Art des Verfahrens
  • (geplanter) Termin Veröffentlichung

 VBB Tarifanerkennung Fernverkehr
Geplanter Termin für die Veröffentlichung: 1. Quartal 2018

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NAH.SH E-Netz OstHH-Lübeck-Travemünde Lübeck-Neustadt/Fehmarn
Geplanter Termin für die Veröffentlichung: Januar 2018

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LNVG Regio-S-Bahn Bremen/Niedersachsen
Geplanter Termin für die Veröffentlichung: 12.01.2018

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RMV Taunusstrecke
Schlusstermin für den Eingang der Angebote: März 2018

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 VBB Netz Lausitz 
Geplanter Termin für die Veröffentlichung: 2. Quartal 2018

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RMV Wetterau West-Ost
Geplanter Termin für die Veröffentlichung: 4. Quartal 2018

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RMV Taunus
Geplanter Termin für die Veröffentlichung: 4. Quartal 2019

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